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Was ist Ionisation und welchen Effekt hat der Vorgang?

Was ist Ionisation?

Inhalt:

Was ist Ionisation?

Von Ionisation spricht man, wenn ein elektrisch neutrales Atom oder MolekĂŒl durch Ă€ußere EinflĂŒsse ein oder mehrere Elektronen verliert. In Folge entsteht ein positiv geladenes Atom oder MolekĂŒl, auch positiv geladenes Ion oder Kation genannt. Wenn sich wiederum freie Elektronen an ein elektrisch neutrales Teilchen anlagern, entsteht ein sogenanntes negatives Ion, auch Anion genannt.

Um eine Ionisation kĂŒnstlich einzuleiten bedarf es einer gewissen Energie, die ĂŒber verschiedene Prozesse zugefĂŒhrt werden kann.

Stoßionisation durch ionisierende Strahlung

Bei dieser Methode werden Elektronen oder Ionen stark beschleunigt oder hochenergetische, elektromagnetische Strahlung verwendet, um gebundenen Elektronen aus neutralen Atomen mit Wucht herauszuschlagen.

Feldionisation

Bei der Feldionisation wird ein starkes elektrisches Feld aufgebaut, das Elektronen aus ihrer atomaren Verbindung lösen kann. Atome oder MolekĂŒle werden ĂŒber die Energie des Feldes so stark angeregt, dass sie spontan in einem Prozess der Autoionisation Elektronen verlieren, ohne dass er zu einer weiteren Wechselwirkung mit der Energiequelle kommt.

Der Prozess der Ionisation spielt in vielen physikalischen und chemischen Prozessen eine wichtige Rolle.

Wie funktionieren Ionisatoren?

FĂŒr normale Anwender erzeugen Ionisatoren ĂŒber elektrische Spannungen und Entladungen negativ geladene Ionen aus der Luft heraus. HauptsĂ€chlich sind dies negativ geladene Sauerstoff-Ionen. Werden Ionisatoren in RĂ€umen mit schlechter, mit Schadstoffen belasteter Luft eingesetzt, verbinden sich die entstandenen Ionen mit den positiv geladenen Schwebteilchen aus Schmutzpartikeln, Pollen, Feinstaub und weiteren Schadstoffen. Ionen und Schwebteilchen verbinden sich also zu grĂ¶ĂŸeren MolekĂŒlen, die mehr Gewicht haben.

Welcher Effekt und Nutzen entsteht dadurch?

Da die MolekĂŒle an Gewicht dazu gewinnen sinken sie leichter zu Boden. Sie fallen aus der Atemluft raus und können im Haushalt schließlich beim nĂ€chsten Gang mit dem Staubsauger oder Wischtuch vom Boden entfernt werden.

Problemfall Ozonbildung

Ionisatoren produzieren als Nebenprodukt Ozon, was ab einer gewissen Konzentration gesundheitsschĂ€dlich fĂŒr den Menschen ist. Ozon besteht aus drei Sauerstoffatomen und ist ein stark reaktives Gas. Es reagiert also mit anderen MolekĂŒlen und auch Schadstoffen und bringt neue Verbindungen hervor, die ebenfalls schĂ€dlich sein können, zum Beispiel Formaldehyde oder Stickstoffdioxid. Besonders in Verbindung mit Tabakrauch ist Ozon sehr problematisch, da sehr kleine Aerosole entstehen, die bis zu den LungenblĂ€schen der Lunge und darĂŒber hinaus bis ins Blut gelangen. Das Gas Ozon als solches greift zudem bereits in relativ geringen Konzentrationen SchleimhĂ€ute und Lunge an.

Der Trend geht deshalb dahin, dass Ionisatoren idealerweise nur noch im geschlossenen System als Teil moderner Luftreiniger zum Einsatz kommen und das entstehende Ozon nicht mehr an die Umwelt abgegeben wird. Reine Ionisatoren sind aufgrund der Ozonbildung nicht mehr fĂŒr die Luftreinigung empfehlenswert.

Luftreinigern mit Ionisatoren – Worauf man achten sollte

Luftreiniger, die zusĂ€tzlich zum eingesetzten Filter noch einen Ionisator vorgeschaltet haben, profitieren von einer gesteigerten Filterleistung. Besonders fĂŒr sehr kleine Partikel wie Ultrafeinstaub ist es hilfreich, wenn negativ geladene Ionen sich mit feinen Schmutzpartikeln zu grĂ¶ĂŸeren Teilchen verbinden, da sie dann besser im eigentlichen Filter des Luftreinigers aufgefangen werden. Die Effizienz von Luftreinigern kann also mithilfe von Ionisatoren noch weiter verbessert werden.

Wichtig bei solchen gekoppelten Luftreinigungssystemen ist, dass kein Ozon an die Umwelt bzw. Raumluft abgegeben wird. Dies kann unter anderem durch eine abgeschirmte Kammer innerhalb eines Luftreinigers erreicht oder durch einen direkt hinter dem Ionisator geschalteten Aktivkohlefilter realisiert werden.